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Historisches

Urkundlich erwähnt

Erstmals schriftlich erwähnt wird eine Siedlung „Pomog“ in einer Urkunde des Jahres 1271. Wahrscheinlich war diese spätere Wüstung eine Grenzwächtersiedlung, die sich in den Händen der kleinadeligen Familie Byk befand.

Ob dieser Ort mit Zillingtal gleichzusetzen ist oder ein kleines Dorf zwischen Steinbrunn und Zillingtal war, ist nicht endgültig geklärt. Der deutsche Ortsname „Cylygenthal“ (Cäciliental) scheint erstmals in einer Urkunde des Jahres 1301 auf. Die Benennung des Dorfes wird auf die Kirchenpatronin Cäcilia (Cilli) oder auf eine gleichnamige Grundherrin zurückgeführt.

1320 wurde das Dorf „Pomogh“ den Mattersburger Grafen übergeben. In einer Urkunde von 1435 wird „Ciligenthal“ als alter Besitz der Forchtensteiner ausgewiesen; bis 1740 sollte es im Verband der Herrschaft Forchtenstein verbleiben.

Das älteste Urbar, in dem Zillingtal verzeichnet ist, stammt aus den Jahren 1498 bis 1506 und weist den Ort als verödet aus. Diese Entvölkerung der Dörfer ist auf die Kriege zwischen den Habsburgern und Matthias Corvinus sowie auf die damaligen wirtschaftlichen Umwälzungen zurückzuführen.

Besiedlung mit Kroaten

Um 1500 war Zillingtal ganz verödet und wurde nach den Türkenkriegen von 1529 und 1532, ebenso wie Steinbrunn, mit Kroaten wiederbesiedelt. In Zillingtal erfolgte die Besiedelung, die nicht genau datiert werden kann, im neugeschaffenen, etwas abgelegenen Ortsteil „Schotnava“ (Neustift), heute Neustiftgasse. Vorher hatten sich dort die Krautgärten der alten Ortschaft befunden. Die Neustifter nahmen eine eigene Zwischenstellung zwischen den Bauern und den Hofstättern ein.

Gleich in den ersten Jahrzehnten nach der Kroatenbesiedlung ist bereits ein Anwachsen der Häuser und Bevölkerungszahl festzustellen.

•Im Jahre 1569: 57 Häuser
•Im Jahre 1589: 68 Häuser, zirka 400 Einwohner

Die Reformation konnte bei der überwiegend kroatischen Bevölkerung keinen Fuß fassen.

Bis in die heutige Zeit wird das kroatische Brauchtum bei den vom Jahreszyklus vorgegebenen Festen und bei den Aktivitäten der Folklore-Vereine hoch gehalten.

Aufstände und Brände

Die ungarischen Aufstände 1605/06 und 1618/19 zogen auch Zillingtal in Mitleidenschaft, wobei unter anderem das Schulgebäude des Ortes niedergebrannt wurde. 1626 erwarb Esterhazy, der die Herrschaft Forchtenstein seit 1622 als Pfand innehatte, auch Zillingtal.
Im Türkenkrieg des Jahres 1683 wurde der Ort verwüstet, und die Kirche brannte vollständig aus. 1704 bis 1709 beunruhigten immer wieder Kuruzzeneinfälle unser Gebiet. Nach zwischenzeitlichen Verpfändungen des Ortes kam Zillingtal wieder an die Esterhazy zurück und wurde 1743 der neu geschaffenen Herrschaft Pöttsching zugeteilt, welche die Orte Pöttsching, Frauenhaid, Sigleß, Hirm, Krensdorf, Neudörfl und Zillingtal umfasste.

Cholera wütet im Dorf

Das Ende des 18. sowie die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte für die Dorfbewohner größere Veränderungen mit sich. Noch in der Zeit von 1848, dem Jahr der Befreiung der Untertanen, fällt bereits ein fürstlich Esterhazyscher Grubenbau in Zillingtal, nachdem bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Neufeld ausgedehnte Kohlenlager vorgefunden worden waren.

1832 wütete die Cholera im Dorf und forderte eine große Zahl von Menschenleben. 1863, als der Ort seine größte Ausdehnung erreicht hatte, fielen viele Häuser und Scheunen einem Brand zum Opfer.

Schwere Zeiten

Im Zuge der allgemeinen Magyarisierungswelle war die Gemeinde von 1906 bis 1921 zur Führung des schon teilweise früher aufgetretenen ungarischen Ortsnamens „Völgyfalva“ verpflichtet. Im Ersten Weltkrieg hatte Zillingtal 36 Gefallene zu beklagen.

Nach der Angliederung des Burgenlandes an Österreich wurde 1921 der Tagbau Nummer III eröffnet, der aber in der Zeit der Wirtschaftskrise 1930 aufgelassen werden musste. Bereits 1928 war der Ort elektrifiziert worden.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und dessen Folgen brachten schwere Zeiten über die Ortsbevölkerung. Gegen Ende des Krieges zogen Scharen von Flüchtigen und zurückflutendes ungarisches und deutsches Militär durch Zillingtal.

Beim Herannahen der Roten Armee räumten die noch verbliebenen deutschen Soldaten zwar den Ort, bezogen aber auf den Hügeln um Zillingtal Stellung und beschossen die einrückenden Russen. Obwohl bei diesen Kampfhandlungen keine Opfer unter der Ortsbevölkerung selbst zu beklagen waren – lediglich einige Häuser wurden beschädigt – fanden dennoch 37 deutsche und fünf russische Soldaten den Tod.

Die sattsam bekannten Übergriffe sowie Plünderungen durch die Besatzer und Fremdarbeiter folgten. Mitten in diesen unruhigen und unsicheren Zeiten wurde der erste provisorische Gemeinderat gebildet. Allmählich normalisierte sich das Leben.

Moderne Infrastruktur

Im Jahr 1950 fanden in Zillingtal die ersten freien und geheimen Gemeinderatswahlen statt. Die daraus hervorgegangene Gemeindevertretung konnten nun endlich mit dem notwendigen Ausbau der kommunalen Struktur beginnen.

Ein besonderes Problem war die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. In den Jahren 1955 bis 1957 wurden daher alle Haushalte an das Wasserleitungsnetz angeschlossen. Ebenso wurde der Ort kanalisiert und die Stromversorgung weiter ausgebaut. Gleichzeitig erfolgte der Ausbau des örtlichen Straßennetzes.

Im Jahre 1971 wurde Zillingtal mit Steinbrunn zu einer größeren Einheit vereinigt. In den Jahren 1985 bis 1987 wurde allein aus den Finanzmitteln des Ortsteiles Zillingtal ein neues Gemeindezentrum mit einem neuen Gemeindeamt, Postamt, Räumlichkeiten für die Freiwillige Feuerwehr, Ordinationsräumen für den Gemeindearzt und einem Gemeindegasthaus mit Veranstaltungssaal errichtet. Auch die gesamte Erneuerung der Kanalisation und der Anschluss an den Abwasserverband „Wulkatal“ fällt in diese Jahre.

Nach einer Trennung der beiden Gemeinden im Jahre 1991 wurden die bereits begonnenen Arbeiten nahtlos fortgesetzt. Die Verleihung eines neuen eigenen Gemeindewappens fand am 27. Juni 1992 statt, die Gemeinde Zillingtal hatte bereits vor der Gemeindezusammenlegung ein eigenes Gemeindewappen geführt.

Aktivitäten fürs Ortsbild

Im Juli 1993 fand eine erste Veranstaltung bezüglich einer möglichen Dorferneuerung in Zillingtal statt. Auf diese Zusammenkunft, bei der großes Interesse gezeigt wurde, folgten noch viele weitere. Es entstanden eine eigene Zeitung für Zillingtal, der „Treffpunkt Zillingtal“, alte Gemeindebrunnen wurden an den alten Standorten wiedererrichtet.

Im Jahre 1994 präsentierte die Gemeinde in einer Ausstellung 8000 Jahre Dorfgeschichte. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Vereinen und dem burgenländischen Landesmuseum gestaltet.

Auf dieser Basis des Erneuerungswillens entstand ein „Dorferneuerungsplan“ mit richtungsweisenden Vorhaben und der „Kulturelle Dorferneuerungsplan“, der im Jahr 1995 mit dem zweiten Platz eines landesweiten Wettbewerbes vom Amt der Burgenländischen Landesregierung ausgezeichnet wurde.

Im Zuge der Dorferneuerung bietet die Gemeinde Zillingtal unter dem Projekt " Sozialnetzwerk Zillingtal" in Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Wirt seit dem 19.05.2009 " Essen auf Rädern" an.

Die Kosten dafür betragen € 6,-- pro Essen, inkl. Lieferung.

Wenn auch Sie Interesse an diesem Angebot haben, ersuchen wir Sie, dies beim Gemeindeamt Zillingtal bekanntzugeben.

Zillingtal wächst

1995/96 wurde das ehemalige Konsumgebäude zu einem Kommunikationszentrum für die Jugend und die Vereine umgebaut bzw. saniert.

Ein neues Siedlungsgebiet im Bereich der Oberen Weideäcker sollte der Abwanderung der Jugend vorbeugen. In diesem Erweiterungsgebiet wurden die Voraussetzungen für 90 Einfamilienhäuser geschaffen, was eine Erhöhung der Zahl der Haushalte um ein Drittel zur Folge hatte. Dadurch wurde wie in der Vergangenheit durch die Erweiterung um die Neustift und die Siedlung (jetzige Waldgasse) ein neuer Ortsteil geschaffen.

Gleichzeitig mit der Erschließung dieses Baugebietes wurde Erdgasversorgung für die gesamte Ortschaft durchgeführt.

Die Volkszählung 2001 ergab einen Bevölkerungszuwachs von 38,5%. Diese erfreuliche Entwicklung machte es erforderlich, den Gemeindekindergarten zu sanieren und zu erweitern.

Die topografische Lage von Zillingtal in einem Taleinschnitt hat seit vielen Jahrzehnten Überschwemmungen und Verschlammungen herbeigeführt. Über ein Hochwasserschutzbauprogramm konnte im Jahr 2002 ein Bauprojekt eröffnet werden, welches ein 100-jähriges Hochwasser zur Berechnungsgrundlage hat. Mit dem neu geschaffenen Hochwasserrückhaltebecken konnte die Lebens- und Wohnqualität wesentlich verbessert werden.

telefonischer Kontakt

Tel.: 02688/72100
Mobil: 0664/1442990
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Mo08:00−12:0012:30−19:00
Di−Do08:00−12:0012:30−16:00
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